Gender & Diversity Award 2026 vergeben

9. Juni ’26

Zum dritten Mal hat die HMTM den Gender & Diversity Award vergeben. In dieser Ausgabe entschied sich die achtköpfige Jury für zwei 1. Preise. Sie gehen an Francesca Berardi und Ophelia Flassig.

Porträt von Francesca Berardi
Foto: Franceco Lori

Francesca Berardi (Bachelor-Studium Klavier künstlerisch pädagogisch bei Prof. Anna Buchberger, Promotionsstudium Musikwissenschaft bei Prof. Dr. Dorothea Hofmann) erhält den Preis für ihr interdisziplinäres Konzert »Un‘ultima cosa«. Darin verbindet sie Musik, Literatur und Kunst und erzählt das Leben von drei Künstlerinnen: Dora Maar, Aloïse Corbaz und Annalisa Carmi. Inspiriert von dem Buch »Un‘ultima cosa« der italienischen Journalistin Concita De Gregorio behandelt das Projekt Gewalt gegen Frauen, Ausgrenzung, Abhängigkeit und künstlerische Selbstermächtigung.

Ophelia Flassig mit Mikrofon und ihrem Sound-Suit
Foto: Stefan Bausewein

Ophelia Flassig (Master Sound Art bei Prof. Dr. Till Bovermann) erhält den Preis für ihr Projekt »Resonant Bodies«. Ausgehend von der Geschichte des Hauptgebäudes der HMTM am Campus Arcisstraße – einem ehemaligen Repräsentationsbau der NSDAP – untersucht sie, wie sich totalitäre, patriarchale Machtstrukturen auch auditiv in Architektur einschreiben. Mit ihrem Sound-Suit, Mikrofonen und Gesten bringt Ophelia Flassig Wände, Böden und Interieur zum Klingen. Die erzeugten Geräusche und Klänge werden von ihr live gesampelt und als Beat in den Raum zurückgespielt. Als weiblicher Filter und sichtbare Akteurin steht die Künstlerin damit in starkem Kontrast zu der damals propagierten, passiven Geschlechterrolle.

Beide Projekte werden voraussichtlich am 17. November 2026 im Rahmen des Respekt-Tags der Münchner Kunsthochschulen aufgeführt.

Der Gender & Diversity Award in Höhe von 500 Euro wird seit 2024 jährlich an bis zu drei Projekte vergeben. Eine interne Jury der HMTM (bestehend aus Lehrenden verschiedener Fachbereiche, einem Mitglied des Gleichstellungsteams, einem externen Mitglied sowie zwei Studierenden) bewertet die jeweiligen Einreichungen, die sowohl Studien- und Abschlussarbeiten als auch individuelle Projekte im künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Bereich umfassen können. Mit dem Preis stärkt die HMTM die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung ihrer Studierenden mit den Themenfeldern Gender, Diversität und Inklusion im Kontext der Künste. Der Wettbewerb soll Studierende ermutigen, sich im Rahmen künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeiten und Produktionen explizit mit diesen Themen auseinanderzusetzen, um dadurch die kontinuierliche Weiterentwicklung von gender- und diversitätsbezogener Forschung zu fördern.

Jury (alphabetisch)

Joseph Bastian (Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der Münchner Symphoniker)
Sophie Becker (Stellvertretende Studiengangsleitung Regie)
Prof. Anna Buchberger (Professorin für Klavier und Methodik)
Laure Cazin (Studentin Gesang)
Prof. Simon Mack (Professor für Musiktheorie und stellv. Beauftragter für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst)
Dr. Tobias Reichard (Leiter des Ben-Haim-Forschungszentrums)
David Russo (Dozent für klassischen und zeitgenössischen Tanz)
To Uyen Rose Hoang (Studentin Klavier)