Das Finale des Kurt Maas Jazz Award 2025 fand am Donnerstag, 6. Februar 2025 im vollbesetzten Saal X des Münchner Gasteig HP8 statt.
Die Jazz-Sängerin Fernanda von Sachsen setzte sich gegen vier Mitbewerber*innen durch und gewann den 1. Preis, einen Sommerkurs am Berklee College of Music in Boston, Massachusetts, einem Kooperationspartner des Jazz Instituts der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM). Fernanda von Sachsen studiert Jazz-Gesang im Bachelor bei Sanni Orasmaa und Enkhjargal Erkhembayar.
Der 2. Preis – ein vierwöchiger Studienaufenthalt in Brasilien (EMESP Tom Jobim – Staatliche Musikschule Sao Paulo und/oder Souza Lima – Conservatório e Faculdade de Música, Sao Paulo) – ging an Edi May (Saxophon, Jazz-Komposition bei Prof. Gregor Hübner). Den 3. Preis – ein honorierter Auftritt im Night Club des Hotels Bayerischer Hof in München mit einem Audiolivemitschnitt des Konzerts – gewann Katharina Pfeifer (Saxophon, Klasse Prof. Florian Trübsbach).
Im Finale spielten neben den Preisträger*innen noch Adél Kövécs (Jazzklavier, Klasse Prof. Tizian Jost) und Benjamin Stadler (Jazz-Trompete, Klasse Prof. Claus Reichstaller). Die Jury bestand aus Camilo Dornier (Stifter), Prof. Claus Reichstaller (Leiter des Jazz Instituts der HMTM), Prof. Lydia Grün (Präsidentin der HMTM), Annekatrin Hentschel (Bayerischer Rundfunk), Innegrit Volkhardt (Hotel Bayerischer Hof, München) und Michael Gottfried (Jazzlabel ACT Music).
Das festliche Preiskonzert fand am 4. Juli 2025 vor nahezu ausverkauftem Haus in der Isarphilharmonie statt. Im Mittelpunkt des Abends standen die Preisträger*innen des Wettbewerbs sowie ein international renommierter Ehrengast: Der panamaische Pianist, Grammy-Preisträger und künstlerische Leiter des Berklee Global Jazz Institute Danilo Pérez präsentierte gemeinsam mit dem Munich University Jazz Orchestra, der Big Band des Jazz Instituts der Hochschule für Musik und Theater München unter der Leitung von Prof. Claus Reichstaller, ausgewählte Eigenkompositionen.

Ebenfalls auf der Bühne standen die beiden zum zweiten Mal ausgezeichneten Stipendiaten des Kurt Maas Jazz Scholarship aus Brasilien, Laryssa Alves (E-Bass) und Marlon Cordeiro (Saxophon). Durch den Abend führte die BR-KLASSIK-Moderatorin und Jurymitglied Annekatrin Hentschel.
Für die Gewinnerin Fernanda von Sachsen bedeutet die Auszeichnung eine besondere Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit: »Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung! Gerade, wenn man gesellschaftskritische Musik schreibt, eckt man oft an und hat teils mit Gegenwind zu rechnen. Ich fühle mich sehr bestärkt, weiterzumachen und meine Aussagen und meine Stimme nach außen zu tragen.«
Der Kurt Maas Jazz Award versteht sich seit seiner Gründung nicht nur als Wettbewerb, sondern auch als Plattform für internationale Begegnung und künstlerischen Austausch. Mit einer Summer School am Berklee College of Music als Hauptpreis, dem Studienaufenthalt in Brasilien für den zweiten Platz sowie internationalen Gästen und Partnerinstitutionen bildet die internationale Vernetzung einen zentralen Bestandteil des Konzepts. Auch für Fernanda von Sachsen ist dieser Aspekt von großer Bedeutung: »Das ist meiner Meinung nach ein essentieller Bestandteil dafür, weltoffen zu sein und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.«

Umgeben von Musik und als Tochter einer Opernsängerin begann Fernanda von Sachsen mit fünf Jahren Klavier zu spielen und im Chor zu singen. Ihr Gesangsstil ist von den Traditionen des Vocal Jazz sowie ihrer klassischen Ausbildung geprägt. Lyrische Melodien, expressive Harmonik und kantige Rhythmen charakterisieren ihren Arrangement- und Kompositionsstil. Ihr ist es wichtig, ihrer Meinung und ihren Gefühlen eine Stimme zu verleihen. Derzeit studiert sie im Bachelor Jazz-Gesang bei Sanni Orasmaa und Enkhjargal Erkhembayar an der HMTM. Fernanda von Sachsen war bereits in mehreren europäischen Ländern sowie auch in Brasilien und bald in Korea zu hören; u.a. bei der Internationalen Jazzwoche Burghausen, im Jazzclub Unterfahrt und beim Jazzfestival Craiova (Rumänien). Sie ist Stipendiatin bei Yehudi Menuhin Live Music Now und erhielt ebenfalls Stipendien zur Teilnahme an Workshops wie dem New York Voices International Vocal Camp.

Der deutsch-englische Saxophonist, Klarinettist, Improvisator, Komponist und Lehrer Edi May zog im Alter von acht Jahren mit seiner Familie von Deutschland nach England. In England absolvierte er ein Bachelor-Studium im Fach Jazz-Klarinette am Royal Birmingham Conservatoire.
Seit drei Jahren wohnt Edi May wieder in Deutschland, wo er an der HMTM sein Master-Studium im Fach Jazz-Saxophon bei Prof. Florian Trübsbach abgeschlossen hat und derzeit Jazz-Komposition bei Prof. Gregor Hübner studiert. Er tritt mit seinem internationalen Jazz-Trio mit dem kalifornischen Schlagzeuger Nate Carruthers und dem New-Yorker Bassisten Ilan Gold auf. Mit seinem rockigen/free-jazz Hauptprojekt »Three and a Half« spielt er seit zwei Jahren oft in Deutschland und war zuletzt auf Tour in England und der Mongolei. Sein Debut-Album mit »Three and a Half« namens »3.5« wurde im August 2023 veröffentlicht.

Katharina Pfeifer studiert seit 2023 an der HMTM Jazz-Saxophon bei Prof. Florian Trübsbach. In ihrer Kindheit bekam sie klassische Klavier-, Klarinetten- und Trompetenstunden. Letzteres führte sie in die Schul-Big Band und damit auch zum Jazz. Mit 16 Jahren widmete sie sich dem Saxophon und begann drei Jahre später ihr Bachelor-Studium am Konservatorium Maastricht (NL).
Während ihres Studiums hatte Katharina Pfeifer die Möglichkeit, mit dem »Fringe Orchestra« (unter der Leitung von Jesse Passenier) auf renommierten Festivals wie dem »Nijmegen Music Festival« und dem »North See Jazz Festival« aufzutreten. Die junge Tenorsaxophonistin hat 2021 ihr eigenes Quartett gegründet und schreibt für eigene Kompositionen im Bereich Modern Jazz. Im gleichen Jahr hat sie ihren Bachelor bei Reiner Witzel cum laude abgeschlossen und hat für diesen den Henriëtte Hustinxprijs gewonnen.
Neben ihrem eigenen Projekt spielt sie mit Musiker*innen und Bands wie zum Beispiel mit der Jazzrausch Bigband, Henning Sieverts, Sebastian Pfeifer, Samuel Restle Oktett und Karoline Weidt.

Innegrit Volkhardt, Hotel Bayerischer Hof München
Prof. Lydia Grün, Präsidentin der HMTM
Camilo Dornier, Stifter
Annekatrin Hentschel, Bayerischer Rundfunk
Prof. Claus Reichstaller, Leiter Jazz Institut der HMTM
Michael Gottfried, Jazz label ACT
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