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Porträt der Ballett-Akademie

Foto: Marie-Laure Briane

Die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) ist eine international führende Einrichtung zur Ausbildung von professionellen Bühnentänzer*innen und die einzige staatliche Ausbildungsinstitution für professionellen Bühnentanz in Bayern. Ziel des Studiums ist es, die Studierenden zu eigenständigen, offenen und kreativen Künstler*innen auszubilden und sie fundiert auf eine berufliche Laufbahn im klassischen und zeitgenössischen Tanz vorzubereiten.

Insgesamt studieren mehr als 100 Nachwuchstalente an der Ballett-Akademie, darunter Kinder im Alter von 8 bis ca. 15 Jahren im Jungstudium sowie Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von ca. 16 bis ca. 20 Jahren im Bachelorstudium sowie in einem Meisterklassen-Studium in Verbindung mit dem Bayerischen Junior Ballett München. Unsere Alumni sind in professionellen Kompanien sowie an renommierten Theaterhäusern im In- und Ausland tätig. Ihre Engagements spiegeln die praxisorientierte Ausrichtung der Ausbildung wider.

Unser Auftrag

Tänzer*innen sind heute nicht mehr ausschließlich als Interpret*innen gefragt, sondern zunehmend auch als choreografisch denkende Mitgestalter*innen künstlerischer Prozesse. Vor diesem Hintergrund legt die Ballett-Akademie der HMTM insbesondere im Bachelorstudium neben dem täglichen Tanztraining einen weiteren Schwerpunkt auf die Entwicklung von Kreativität, Gestaltungskompetenz und künstlerischer Eigenverantwortung.

Darüber hinaus erwerben die Studierenden während ihres Studiums wesentliche Grundlagen, die es ihnen ermöglichen, ihre erworbenen Kompetenzen im Rahmen von Zusatzqualifikationen oder eines Zweitstudiums in andere disziplinäre und interdisziplinäre Bereiche zu übertragen. Dadurch eröffnen sich ihnen langfristige berufliche Perspektiven unter anderem in den Feldern Tanzpädagogik, Choreografie, Körpertraining, Tanzwissenschaft und Tanzvermittlung.

Die Ballett-Akademie begleitet ihre Studierenden auf diesem Weg durch die Schaffung einer anspruchsvollen, zugleich inspirierenden und gesundheitsbewussten Lernumgebung. Lehrende und Studierende arbeiten dabei partnerschaftlich zusammen und verfolgen auf Grundlage des Pädagogischen Konzepts sowie der Health Policy eine ganzheitliche und nachhaltige Tanzausbildung, die höchsten technischen Anforderungen gerecht wird.

Foto: Marie-Laure Briane

Austausch und Kooperation

Ein zentraler Bestandteil des Studiums ist der lebendige Austausch innerhalb der Akademie sowie die enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerinstitutionen. Offenheit, Dialog und interdisziplinäre Vernetzung prägen dabei die Lehr- und Lernkultur. Durch Kooperationen unter anderem mit dem Bayerischen Staatsballett und der Heinz-Bosl-Stiftung erhalten die Studierenden frühzeitig Einblicke in professionelle Arbeitsstrukturen und vielfältige Möglichkeiten, wertvolle Bühnenerfahrung im In- und Ausland zu sammeln.

Geschichte der Ballett-Akademie

Die Ballett-Akademie wurde zum Studienjahr 1964/1965 von Konstanze Vernon als Teil der heutigen Hochschule für Musik und Theater München gegründet. Damit steht die Ballett-Akademie seit über fünfzig Jahren für ein professionelles Ballett-Studium in Bayern. Wettbewerbserfolge, Auszeichnungen und die hohe Zahl von Engagements ihrer Absolvent*innen bei international renommierten Kompanien festigen den Ruf der Ballett-Akademie als eine der weltweit führenden Adressen für professionelle Tanzausbildung.

Ohne die Tänzerin Konstanze Vernon (*1939, † 2013) wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen: Die Primaballerina und spätere Leiterin des Bayerischen Staatsballetts und der Ballett-Akademie trug maßgeblich zur Etablierung einer professionellen Ballettausbildung in Bayern bei. Sie gründete nicht nur die Ballett-Akademie, sondern rief im Gedenken an den frühen Tod ihres Tanzpartners Heinz Bosl (verstorben 1975 mit nur 28 Jahren) im Jahr 1978 die Heinz-Bosl-Stiftung ins Leben, die seitdem die klassische Tanzausbildung in Bayern fördert und ein maßgeblicher Kooperationspartner der Ballett-Akademie ist.

Konstanze Vernon engagierte international ausgebildete Pädagog*innen und führte das russische Waganowa-Lehrsystem in das Ausbildungskonzept ein. Die Münchner Ballett-Akademie war damals die erste deutsche Ausbildungsstätte für Ballett, in der die tänzerische Entwicklung nach der Waganowa-Schule ausgerichtet wurde. Heute werden selbstverständlich auch andere pädagogische Ansätze und moderne Tanztechniken unterrichtet.

Leitung der Ballett-Akademie

Im Herbst 2007 übergab Konstanze Vernon die Leitung der Ballett-Akademie an Robert North. Der amerikanische Tänzer, Choreograf und Pädagoge hatte bereits u.a. beim Londoner Ballet Rambert Erfahrungen als Künstlerischer Leiter gesammelt. Konstanze Vernon blieb der Ballett-Akademie Zeit ihres Lebens verbunden und verstarb am 21. Januar 2013 völlig unerwartet.

Seit 2010 leitet der aus Antwerpen stammende Prof. Jan Broeckx als Künstlerischer Leiter die Ballett-Akademie. International als Gasttänzer, Ballettmeister und Tanzpädagoge gefragt, gehörte Broeckx dem Ballet National de Marseille Roland Petit wie auch dem Bayerischen Staatsballett – jeweils als Danseur Etoile – an.

Seit Juli 2025 wird die Ballett-Akademie mit einer Doppelspitze geführt: Michaela Bosshard übernahm die Geschäftsführende Leitung. Gemeinsam mit einem Leitungskollegium verantworten Prof. Jan Broeckx und Michaela Bosshard den Studienbetrieb und die Weiterentwicklung der Ballett-Akademie.

Foto: Marie-Laure Briane