Name: Florian Grzeschik
Arbeitstitel: Puccinis Wagnerismo. Zur Wagner-Rezeption bei Giacomo Puccini.
Betreuer: Prof. Dr. Friedrich Geiger
Fach: Musikwissenschaft
Zeitrahmen: Beginn im Frühjahr 2025, Abschluss voraussichtlich im Frühjahr 2028
Dissertationssprache: Deutsch
Dem Komponisten Giacomo Puccini wurde von italienischen Kritikern bereits zu Lebzeiten der Einfluss Richard Wagners auf seine Opern vorgeworfen. Doch welchen Einfluss hatte Wagner mit seinen Musikdramen auf die Opern Giacomo Puccinis tatsächlich? Diese Frage steht im Fokus der Arbeit. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie Puccini die sogenannte »Leitmotivtechnik« in seinen Opern anwendet, wobei diese »Wagnerschen Leitmotive«, wie Wagner sie im Ring verwendet, explizit vom älteren Typus der Erinnerungsmotive unterschieden werden sollen. Dafür werden alle zwölf Opern Puccinis systematisch auf das Auftreten solcher »Leitmotive« (bzw. »Kennfiguren«, nach Stöck 2003) untersucht und anhand aussagekräftiger Kriterien wie Häufigkeit des Auftretens, Veränderungen im Verlaufe des Werkes, Kontext der dramatischen Situation u. a. dokumentiert, so dass ein differenziertes Bild der Wagner-Rezeption bei Giacomo Puccini entsteht.
Name: Yilin Liu
Arbeitstitel: Politische Lieder in der DDR und der VR China 1949-1966: Eine transnationale Vergleichsstudie
Betreuer: Prof. Dr. Friedrich Geiger
Fach: Musikwissenschaft
Zeitrahmen: Beginn im Frühjahr 2025, Abschluss voraussichtlich im Frühjahr 2028
Dissertationssprache: Deutsch
Förderung: Studienstiftung des deutschen Volkes
Unter dem Einfluss der Sowjetunion dienten politische Lieder in der DDR und der VR China der gesellschaftlichen Orientierung. Das Projekt untersucht die zwischen 1949 und 1966 entstandenen politischen Lieder der beiden Länder systematisch. Dabei werden mit geschichts- und musikwissenschaftlichen Methoden die kulturpolitischen Rahmenbedingungen sowie die textlichen und musikalischen Ausdrucksformen analysiert.
Name: Anna-Sophia Kraus
Arbeitstitel: Kulturelle Demokratie in der Community Music? Spannungsfelder und Potenziale im institutionellen Kontext
Betreuungsteam: Prof. Dr. Christine Dettmann und Prof. Dr. Alicia de Bánffy-Hall (Hochschule für Musik Würzburg)
Fächer: Musikethnologie und Musikpädagogik (Community Music)
Zeitrahmen: September 2024 bis Oktober 2027
Dissertationssprache: Deutsch
Förderungen: DAAD und Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre
Das Forschungsvorhaben widmet sich der Frage, wie dem Spannungsfeld zwischen der ursprünglichen Ausrichtung einer Kulturinstitution und den Idealen, die Community Music prägen, in der Praxis begegnet wird. Die Studie gliedert sich in qualitative Fallstudien in England und Deutschland sowie eine Aktionsforschung am Staatstheater Augsburg. Ziel der Forschung ist es, Transparenz über die Entwicklung von Community Music in Deutschland zu schaffen und institutionelle Veränderungsprozesse anzustoßen.
Name: Anna Neumann
Arbeitstitel: Orchestersuite im 19. Jahrhundert: Eine verkannte Gattung
Betreuer: N.N.
Fach: Musikwissenschaft
Dissertationssprache: Deutsch
Die Dissertation beschäftigt sich mit der »Suite« als epochenübergreifendem Begriff der Musikästhetik und vor diesem Hintergrund mit Originalsuiten für orchestrale Besetzungen ab ca. 1850 als einem Phänomen des musikalischen Historismus und einem Gattungszweig mit spezifischen gattungsstilistischen Merkmalen, darunter den Bezügen zur Sinfonie. Das Gattungspanorama umfasst Werke mitteleuropäischer, skandinavischer, ostslawischer und amerikanischer Komponisten in der Entwicklung bis Anfang des 20. Jahrhunderts.
Name: Johannes Nilles
Arbeitstitel (aktualisiert): Translokale Vermittlung der brasilianischen Rahmentrommel Pandeiro im historischen Zentrum Salvador da Bahias
Betreuungsteam: Prof. Dr. Christine Dettmann, Prof. Dr. Christian Rolle (Universität zu Köln)
Fach: Musikethnologie und Musikpädagogik
Zeitrahmen: Mai 2023 bis vsl. August 2026
Sprache: Deutsch
Stipendium: Promotionsförderung des Cusanuswerks
In meinem Promotionsprojekt forsche ich zur Vermittlung der brasilianischen Rahmentrommel Pandeiro im historischen Zentrum Salvador da Bahias (BR). Diese wird dort in Einzel- und Gruppenunterricht sowie in einmaligen Workshops vermittelt. Die Pandeiro-Vermittlung ist in besonderem Maß durch Reisende geprägt. Tourist*innen sowie Musiker*innen aus anderen Ländern oder Bundesstaaten machen einen entscheidenden Anteil der Lernenden aus.
In meinem Projekt untersuche ich, wie sich die Pandeiro-Vermittlung im Kontext dieser translokalen Musikszene konstituiert. Als Schlagzeuger und Pandeiro-Spieler wähle ich einen musizierenden, performativen Feldzugang und knüpfe so an Diskurse um Bi-Musicality (Hood), Learning to Perform (Baily) sowie künstlerische Forschung an. In den Analysen arbeite ich musikalische Werte heraus, die sich in der Praxis spiegeln. Erste Hypothesen deuten darauf hin, diese als kosmopolitische Werte zu beschreiben.
Name: Sophia Maria Urkan
Arbeitstitel: Das Klavier im Gesamtwerk Salvatore Sciarrinos. Merkmale und Entwicklung
Betreuerin: Prof. Dr. Dorothea Hofmann
Fach: Musikwissenschaft
Sprache: Deutsch
Zeitrahmen: 2023 – voraussichtlich 2026
Förderung: Programm zur Realisierung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre
Salvatore Sciarrino, geboren 1947 in Palermo, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten. Seine Musik, die sich durch einen unverwechselbaren Stil auszeichnet, zielt auf eine Erneuerung des Hörens, welches trotz der Verwendung traditioneller Instrumente oft durch den Einsatz unkonventioneller Spieltechniken erreicht wird. Das Dissertationsvorhaben widmet sich Sciarrinos kompositorischem Schaffen für das Klavier in seiner Gesamtheit. Allein für solistisches Klavier umfasst das zu untersuchende Korpus etwa 40 Kompositionen, darunter Stücke für Klavier solo, für Klavier und Orchester sowie Kammermusik. Ziel ist die Analyse von Sciarrinos Klavierstil im Hinblick auf die vielschichtigen Bezüge zur Tradition der westlichen klassischen Musik, Sciarrinos klangliche Vorstellung von dem Instrument sowie die strukturellen Elemente des Klavierparts in seinen Werken. Dabei bilden die Schriften des Komponisten zusammen mit den Partituren selbst die zentralen Quellen der Arbeit.
Name: Julian Weiß
Arbeitstitel: Justus Johann Friedrich Dotzauer: Leben – Wirken – Schaffen
Betreuerin: Prof. Dr. Dorothea Hofmann
Fach: Musikwissenschaft
Zeitrahmen: geplant 6 Semester
Dissertationssprache: deutsch
Befragt man heutzutage Cellisten hinsichtlich ihrer Assoziationen mit Johann Justus Friedrich Dotzauer (1783-1860), so erhält man überwiegend Rückmeldungen zu dessen pädagogischen Werken für das Violoncello, insbesondere zu seinen Etüden. In der Tat genießen vor allem seine vier Violoncelloschulen sowie die zahlreichen von ihm komponierten und veröffentlichten Übungsstücke für Violoncello bis heute weltweit Anerkennung. Die ausschließliche Würdigung seines pädagogischen Schaffens wird dem Lebenswerk dieses vielseitigen Musikers jedoch nicht gerecht, da Dotzauer im 19. Jahrhundert nicht nur Lehrer für sein Instrument, sondern auch ein Solist sowie Kammer- und Orchestermusiker und Komponist von überaus bedeutendem Erfolg war. Sehr geschätzt wurde er unter anderem von prominenten Musikern wie Richard Wagner oder Louis Spohr. Als gefragter Solist wirkte Dotzauer beispielsweise bei der Uraufführung von Beethovens Tripelkonzert 1808 mit. Die Diskrepanz zwischen dem hohen Ansehen des Cellisten, welches dieser zeitlebens genoss und dem vergleichsweise geringen Interesse an seinem Leben und Werk heute schafft Forschungsdesiderate. Im Kern der Arbeit soll das Leben, Werk und Schaffen J.J.F. Dotzauers erforscht werden.
Name: Leon Zmelty
Arbeitstitel: Verfolgte Mitglieder der Akademie der Tonkunst München im Nationalsozialismus
Betreuer: Prof. Dr. Friedrich Geiger
Fach: Musikwissenschaft
Zeitrahmen: Zulassung im Juli 2025, Abschluss geplant 2028
Dissertationssprache: Deutsch
Förderung/Finanzierung: Anstellung an der Hochschule für Musik und Theater München als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen einer Verbundstelle der Kunsthochschule Bayern bis Dezember 2027
Das Promotionsprojekt untersucht systematisch, welche Mitglieder der Hochschule im Nationalsozialismus von Verfolgung betroffen waren, welche politischen, ästhetischen und rassistischen Hintergründe diese Verfolgung hatte und welche Auswirkungen sie auf die Betroffenen und die Institution zeigte. Zudem wird analysiert, über welchen Handlungsspielraum die Akademie verfügte und wie sie ihn nutzte.
Name: Jasmin Cassandra Binde
Arbeitstitel: Musikpädagogik in der Erwachsenenpsychiatrie: Chorisches Singen als Raum für musikalisches Lernen, soziale Teilhabe und subjektives Wohlbefinden
Betreuer: Prof. DDDr. Wolfgang Mastnak
Fach: Musikpädagogik
Zeitrahmen: Beginn Oktober 2025
Dissertationssprache: Deutsch
Das Promotionsprojekt beleuchtet, inwiefern ein offenes, regelmäßig stattfindendes Chorangebot innerhalb einer psychiatrischen Einrichtung zu musikalischem Lernen, sozialer Teilhabe, Förderung subjektiven Wohlbefindens und Erfahrung von Selbstwirksamkeit beitragen kann. Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur empirischen Forschung in der Musikpädagogik im klinischen Kontext zu leisten, insbesondere im Bereich gruppenbasierter, chorischer Formate.
Name: Madlen Poguntke
Dissertationstitel: Past, Present, Future – Music pedagogy in a change: A study comparing traditional Germany with futuristic Korea in the AI age
Betreuungsteam: Prof. DDDr. Wolfgang Mastnak, Prof. Dr. Dorothea Hofmann
Fach: Musikpädagogik
Zeitrahmen: August 2023 – 2026
Dissertationssprache: Englisch
Die Dissertation vergleicht, wie Musikpädagog*innen in Deutschland und Südkorea künstliche Intelligenz (KI) in den Unterricht integrieren. Auf Basis einer Grounded-Theory-Methodik werden kulturelle, institutionelle und pädagogische Einflussfaktoren auf Lehrhaltungen untersucht. Das daraus entwickelte Modell der »Spannungsfelder« beschreibt KI als Impuls zur Reflexion über Bildung – nicht nur als technologische Innovation.
Name: Mathias Plechinger
Titel des Promotionsprojekts: Musik und Identität – eine interdisziplinär fundierte grundlagentheoretische Einordnung und musikpädagogische Perspektivierung
Betreuer: Prof. DDDr. Wolfgang Mastnak; Zweitbetreuerin: Prof. Dr. Martina Benz
Fach: Musikpädagogik
Zeitrahmen: 2021 bis voraussichtlich 2026
Stipendien: Gisela und Peter W. Schatt Stiftung (Hamburg); ERASMUS+ (HMT München)
Das Dissertationsprojekt verortet das Verhältnis von Musik und Identität im Spannungsfeld verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Durch eine grundlagentheoretische Analyse werden Identitätskonzepte auf ihre Relevanz für musikalische Praxis und Bildung befragt, um musikpädagogische Perspektiven auf Prozesse der Identitätsbildung zu eröffnen.
Name: Kim Seidler, M.B.A.
(Arbeits-)Titel des Promotionsprojekts: Kreative Unabhängigkeit im digitalen Zeitalter: Künstlerischer Ausdruck darstellender Künstlerinnen auf Instagram und damit einhergehende Monetarisierungsstrategien
Betreuer: Prof. Dr. Nicolas Ruth
Fach/Fächer: Musik-Medien-Management
Promotionsform: Berufsbegleitende Promotion (kumulative Dissertation)
Zeitrahmen: voraussichtlich Oktober 2024 – Oktober 2027
Dissertationssprache: Deutsch (Publikationen teilweise in englischer Sprache geplant)
Die Dissertation untersucht, wie darstellende Künstlerinnen soziale Medien – insbesondere Instagram – nutzen können, um künstlerische Autonomie und wirtschaftliche Stabilität zu erreichen. Im Fokus stehen psychologische Voraussetzungen, strategische Plattformnutzung sowie Monetarisierungsmodelle. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie digitale Selbstvermarktung prekären Arbeitsverhältnissen in der darstellenden Kunst nachhaltig entgegenwirken kann.
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