Wir trauern um Prof. Rudi Spring, der am 28. Dezember 2025 unerwartet verstarb. Der vielseitige Komponist, Pianist, Pädagoge und HMTM-Alumnus Rudi Spring unterrichtete an unserer Hochschule seit 1987 im Lehrauftrag, seit 1999 in der Fachgruppe Liedgestaltung (Duo-Unterricht). Im Jahr 2020 wurde er mit einer Honorarprofessur geehrt.
Rudi Spring wurde 1962 in Lindau/Bodensee geboren. 1971 bis 1975 war sein prägender Lehrer in Tonsatz, Analyse, Klavier und Komposition Alfred Kuppelmayer. Von 1975 bis 1986 wirkte er als Kirchenorganist und seit 1985 immer wieder auch als Dirigent. An der HMTM studierte er von 1981 bis 1986 Komposition bei Heinz Winbeck und Wilhelm Killmayer sowie Klavier bei Karl-Hermann Mrongovius.
Für Rudi Spring gehörten Vermittlung von Musik (sei es als Kammermusiklehrer, Hörseminarleiter oder Dirigent), Ausübung (als Pianist in Soloabenden, für Lied, Kammermusik und Chanson) und die schöpferische Dimension untrennbar zusammen. Unmittelbar von seiner pädagogischen Arbeit beeinflusst, verfasste Rudi Spring ab 2014 für die Gesangspädagogen-Zeitschrift »Vox humana« alljährlich den umfangreichen Essay »Im Bann der runden Zahlen«, in dem die jeweiligen Jubiläen der Dichter*innen und Komponist*innen in Verbindung mit Kern- und Rand-Repertoire des Klavierlieds gebracht werden.
Wir verlieren mit Prof. Rudi Spring einen vielseitigen, unbeirrbaren Künstler und engagierten Pädagogen, der vielen als leidenschaftlicher Klangmensch, höchstgebildeter Pianist, empathischer Liedbegleiter und Finnland-Kenner in Erinnerung bleiben wird. Studierende und Lehrende der HMTM verdanken ihm über Jahrzehnte spannende Seminare und anregende Diskurse rund um Musik. Sein Wirken wird an unserer Hochschule in dankbarer Erinnerung bleiben. Seinen Angehörigen und allen, die sich ihm verbunden fühlen, gilt unser tiefstes Mitgefühl.
Am 28. Dezember 2025 ist der Komponist, Pianist und Musikpädagoge Rudi Spring im Alter von 63 Jahren verstorben. Die Musikwelt verliert einen ungemein vielseitigen und charismatischen Künstler, in dessen Wirken sich produktives, nachschaffendes und verbal vermittelndes Musikertum auf einzigartige Weise verbanden. Als Komponist hinterlässt der gebürtige Lindauer, der in Bregenz und München studiert hatte, ein äußerst facettenreiches Œuvre, das kammermusikalische Miniaturen und Lieder ebenso wie großformatige Orchesterwerke umfasst. Als Pianist, dessen Wirken in zahlreichen Aufnahmen dokumentiert ist, setzte er Maßstäbe durch sein hochnuanciertes, stets der ›klaren Linie‹ verpflichtetes Spiel. Auch als Musikschriftsteller trat er an die Öffentlichkeit.
Die HMTM betrauert einen überaus engagierten Lehrer, der mit Geist und Herz für seine Tätigkeit brannte. 35 Jahre lang, mit Unterbrechungen seit 1987, prägte er die Lehre in verschiedenen Fächern, am weitaus längsten im Bereich Liedgestaltung. Sein intensiver, passioniert akribischer Unterrichtsstil wird allen, die ihn erlebt haben, unvergesslich bleiben. Als seine pädagogische Mission betrachtete er nicht nur die gängigen Werke des Repertoires; mit rückhaltlosem, auch streitbarem Einsatz trat er für zu wenig Beachtetes, für Meisterliches abseits vertrauter Pfade ein. So führte er Generationen von Studierenden (ebenso wie das Publikum, etwa im jährlich veranstalteten Liedforum der HMTM) an die Lieder von Komponisten wie A. Zemlinsky und W. Stenhammar heran. Noch längst im Beruf Stehenden war er, lange nach ihrer Studienzeit, Freund und Berater in künstlerischen Fragen aller Art. Der Verlust dieser universalen, grenzüberschreitenden Künstlerpersönlichkeit ist unfasslich.