GEMA-Reform: Änderungen genügen nicht

1. April ’26

Bei der nächsten Mitgliederversammlung der GEMA im Mai 2026 steht ein neuer Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand für eine Neuordnung der GEMA Kulturförderung zur Abstimmung. Bereits im Mai 2025 hatten Aufsichtsrat und Vorstand versucht, eine Änderung der GEMA Kulturförderung auf den Weg zu bringen, sie erhielten aber nicht nötige Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Mitglieder.

Dass eine Reform der Kulturförderung der GEMA mit Blick auf aktuelle Entwicklungen notwendig ist, ist unbestritten. Der vorliegende Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA bedeutet weiterhin eine Abkehr vom bisherigen Solidaritätsprinzip, das diejenigen Kunstformen besonders unterstützt, die schwierige wirtschaftliche Ausgangssituationen haben (bisher: E-Musik). Sollte diese Änderung umgesetzt werden, wird sich die Kulturlandschaft in Deutschland grundlegend verändern. Dies bedroht die Zukunft vieler unserer Studierenden.

Daher schließt sich die HMTM der Haltung der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) ausdrücklich an:

Die weiterhin geplante Abkehr vom Solidaritätsprinzip wird alle Komponist*innen von neuer Avantgarde-Musik (innerhalb der GEMA: E-Komponist*innen) stark treffen – und damit auch den komponierenden Nachwuchs. Bei einer hauptberuflichen Tätigkeit in diesem Bereich ist davon auszugehen, dass bis zu 70% der Einnahmen wegbrechen.

Gemeinsam mit der RKM unterstreichen wir an der HMTM daher erneut: Auch der neue Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand der GEMA gefährdet nicht nur die Zukunft unserer Studierenden in Fächern wie Komposition, Jazz oder Sound Art, sondern das grundlegende Selbstverständnis Deutschlands als Musikland.

Wir fordern daher alle Mitglieder der GEMA dringend dazu auf, sich genau über die vorliegenden Anträge zu informieren und die Folgen der möglichen Entscheidungen sorgfältig abzuschätzen.

Vollständiger Offener Brief der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen 

Anträge zur Änderung der Kulturförderung der GEMA

Dieser Beitrag formuliert die Haltung der Hochschulleitung der HMTM.
Die Präsidentin Prof. Lydia Grün ist im Ehrenamt auch Präsidentin des Deutschen Musikrats.