»Mensch und Maschine« – KI und Musik am Staatstheater Augsburg

10. September ’26

Im Studienjahr 2025/2026 entwickelten Kompositionsstudierende der HMTM gemeinsam mit Hanni Liang, Ali Nikrang und dem Staatstheater Augsburg das Konzertformat »Mensch & Maschine«, das am 19. April 2026 im Rahmen der Reihe »Zukunft(s)musik II« des Staatstheaters Augsburg auf der brechtbühne im Gaswerk zur Aufführung kam. In Kooperation mit den Augsburger Philharmonikern entstand ein moderiertes Konzert, das sich den Fragen widmete, wie sich künstlerische Kreativität im Spannungsfeld von Mensch und Künstlicher Intelligenz verändert und welche Rolle Konzertformate bei der Reflexion aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen einnehmen können.

Ausgangspunkt des interdisziplinären Projekts war die Entwicklung eines Konzertdesigns, das Neue Musik nicht ausschließlich präsentiert, sondern in einen übergeordneten thematischen Zusammenhang stellt. Dadurch verbanden sich Ansätze des Bereichs »KI & Musikalische Kreation« (Prof. Ali Nikrang) mit Fragen des Konzertdesigns im Bereich Musikvermittlung (Hanni Liang).

Die Studierenden aus den Kompositionsklassen von Prof. Moritz Eggert, Prof. Jan Müller-Wieland und Prof. Isabel Mundry entwarfen hierfür ein dramaturgisches Gesamtkonzept, in dem neu komponierte Werke mit unterschiedlichen Formen der Moderation, szenischen Elementen und diskursiven Formaten verbunden wurden. Im Zentrum stand dabei weniger die Frage nach technologischer Innovation als vielmehr die künstlerische Auseinandersetzung mit den Grenzen, Möglichkeiten und ästhetischen Konsequenzen maschineller Kreativität.

Schwarzer Flügel mit offenem Deckel und gedrückten weißen Tasten neben einem schwarzen Klavierhocker in einem dunklen Raum
Foto: Jan-Pieter Fuhr

Die jungen Komponist*innen entwickelten eigens für das Projekt neue Werke, in denen KI-gestützte Verfahren und menschliche Komposition miteinander in Beziehung gesetzt wurden. Ergänzt wurde das Konzert durch den Einsatz eines hochauflösenden Selbstspielflügels, der das Spannungsfeld zwischen menschlicher Präsenz und technischer Autonomie auch performativ erfahrbar machte. Eine öffentliche Gesprächsrunde im Anschluss an das Konzert eröffnete darüber hinaus Raum für den Austausch zwischen Publikum, Künstler*innen und Mitwirkenden.

Für die Studierenden bedeutete das Projekt einen umfassenden Einblick in die Entwicklung zeitgenössischer Konzertformate. Neben der künstlerischen Konzeption standen Fragen der Dramaturgie, Inszenierung, thematischen Kontextualisierung sowie der Zusammenarbeit mit einem professionellen Musiktheater im Mittelpunkt. Das Konzert verstand Musik nicht als isoliertes Kunstwerk, sondern als Ausgangspunkt für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und verdeutlichte exemplarisch den Ansatz des Konzertdesigns, aktuelle Themen durch innovative Aufführungsformate erfahrbar zu machen.