Donnerstag, 19. November ’26 / 18:30 Uhr

Ringvorlesung »Audiovisuelle Narrative«

Audiovisuelle Narrative in Videos klassischer Musik bei YouTube

Foto von einem silbernen Mikrofon
Eintritt frei
Veranstaltungsort
Carl Orff Auditorium
Hochschule für Musik und Theater München
Luisenstraße 37a
80333 München
Wie kann man Musik oder auch das Musik machen erzählen? Während sich mit Musik befasste Menschen schon seit Jahrhunderten mit diesen Fragen beschäftigen, sind sie in der digitalen Ära noch einmal deutlich virulenter geworden.
Medien und Social Media wie YouTube, Instagram und TikTok, deren Verbreitung jegliche, vor 2006 gehegte, Vorstellungen weit übertroffen haben, ist ein Zwang zur Visualisierung quasi inhärent. Gleichzeitig sind diese Medien wichtige Mittel der Verbreitung, Selbstdarstellung und Werbung. Vor diesem Hintergrund fragen sich besonders Akteur*innen der sog. klassischen Musik, wie sie ihre Kunst sinnvoll visualisieren. Dies wird inzwischen mit sehr unterschiedlichen Zugängen betrieben.
Im Vortrag werden verschiedene Möglichkeiten musikalischer Narrativierung klassischer Musik bei YouTube diskutiert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Narrativen, die im Sinne Gérard Genettes nicht allein eine ›äußere‹ Handlung betreffen, sondern alle Formen des Erzählens, sei es die Kameraperspektive, die Einstellungen oder Schnitte, aber auch die Erzählung des Musikmachens selbst einbeziehen.


Die Ringvorlesung »Audiovisuelle Narrative« widmet sich den vielfältigen Formen des Erzählens durch Bild und Ton im digitalen Zeitalter. Sie begleitet die Vorbereitung eines interdisziplinären Graduiertenkollegs und setzt die Reihe des vergangenen Semesters fort. Nach den Beiträgen von Professor*innen und wissenschaftlichen Mitarbeitenden bayerischer Kunst- und Musikhochschulen sowie Universitäten kommen im Wintersemester Gäste aus dem In- und Ausland hinzu.
Im Zentrum der Reihe steht die Verbindung wissenschaftlicher und künstlerischer Perspektiven. Betrachtet werden die politischen, ökonomischen, kulturellen und ästhetischen Dimensionen audiovisueller Narrative: von kürzesten Formaten auf TikTok bis hin zu Streaming-Serien mit mehreren Staffeln. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie im Zuge aktuellen audiovisuellen Erzählens hochspezialisierte künstlerische Praktiken entstehen, wie sie in gesellschaftliche Kontexte hineinwirken und von breiteren Nutzergruppen aufgegriffen und adaptiert werden – etwa durch die Anwendung kunstnaher Verfahren in sozialen Medien und digitalen Tools, zunehmend auch unter dem Einfluss von KI.  
Die Ringvorlesung lädt das Publikum zudem ein, über Dynamiken des Transfers von Wissen und Ästhetiken ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Univ.-Prof. Dr. Corinna Herr (Universität Koblenz)