»Mini Europe« – ein musikalischer Spielplatz im Kunstkraftwerk Bergson

25. August ’26

Im Rahmen des NEUROPE-Festivals des Balthasar-Neumann-Orchesters entstand vom 14. bis 18. Januar 2026 im Bergson Kunstkraftwerk in München mit »Mini Europe« ein musikalischer Spielplatz für Kinder und Familien, der kreatives Gestalten, musikalische Begegnungen und kulturelle Teilhabe miteinander verband. Unter der künstlerischen Leitung von Hanni Liang gestalteten Studierende der HMTM ein offenes Musikvermittlungsformat, das den öffentlichen Raum des Festivals in einen lebendigen Ort des gemeinsamen Entdeckens verwandelte.

Im Zentrum des Projekts stand die Idee eines Europas der Zukunft, das Kinder spielerisch mitgestalten konnten. Aus Pappkartons, Stoffen, Kreppband und vielfältigen Materialien entstand im Atrium des Bergson eine wachsende Fantasielandschaft, die durch improvisierte Musik, spontane Interventionen und kleine Konzertmomente kontinuierlich belebt wurde. Musik war dabei nicht bloße Begleitung des kreativen Prozesses, sondern entwickelte sich zu einem integralen Bestandteil des Spiels: Klänge reagierten auf Bewegungen, Architektur entstand im Dialog mit musikalischen Impulsen und die Grenzen zwischen Zuhören, Spielen und Mitgestalten lösten sich auf.

Junge Frau spielt Geige vor sitzender Gruppe von Kindern und Erwachsenen in modernem Innenraum
Foto: Simon Haseneder/Bergson Kunstkraftwerk

Die Studierenden entwickelten hierfür unterschiedliche Konzert- und Workshopformate, die Kinder und ihre Begleitpersonen aktiv einbezogen. Musikalische Reisen durch Europa, experimentelle Klangforschung mit Wasser, interdisziplinäre Formate aus Musik, Sprache und bildnerischem Gestalten sowie inszenierte Familienkonzerte eröffneten vielfältige Zugänge zu Musik unterschiedlichster Epochen und Kulturen. Dabei standen Neugier, gemeinsames Erleben und die Freude am musikalischen Experiment im Vordergrund.

Für die Studierenden bot Mini Europe einen praxisnahen Erprobungsraum für musikvermittelndes Arbeiten im öffentlichen Festivalkontext. Sie entwickelten Programme für eine heterogene Zielgruppe, reagierten flexibel auf offene Spielsituationen und gestalteten musikalische Prozesse, die sich unmittelbar aus den Ideen und Handlungen der Kinder entwickelten. Improvisation, situatives Reagieren sowie die Verbindung von künstlerischer Qualität und niedrigschwelliger Teilhabe wurden dabei zu zentralen Bestandteilen ihrer musikvermittlerischen Praxis.

Das Projekt machte deutlich, wie innerhalb eines internationalen Festivals Begegnungsräume geschaffen werden können, in denen kulturelle Vielfalt, Kreativität und gemeinschaftliches Handeln selbstverständlich zusammenfinden.

Vogelperspektive auf eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen, die um ein Klavier sitzen, während eine Person am Klavier spielt.
Foto: Simon Haseneder/Bergson Kunstkraftwerk