Studierende reisen zu Treffen der International Association of Schools of Jazz in die Mongolei

28. Juli ’26

Von Montag, 6. Bis Samstag, 11. Juli 2026 fand in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbataar das jährliche Treffen der »International Association of Schools of Jazz« (IASJ) statt und Studierende des Jazz Instituts der HMTM waren mit vor Ort. Ein Bericht von Thomas Meindl, Ida Koch, Aidana Zhakupova, Enji Erkhem, Khasar Ganbaatar:

»Nachdem wir alle zu unterschiedlichen Zeiten in Ulaanbataar angekommen sind – einige von uns waren erst früh morgens um 4 Uhr in der Unterkunft – begann am Montag um 10 Uhr das Programm des IASJ. Natürlich machte uns der Jetlag durch 6 Stunden Zeitverschiebung etwas zu schaffen, aber die Vorfreude auf das erste Kennenlernen von Jazzmusiker*innen aus der ganzen Welt war größer. Dabei war es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und sich alle neuen Namen zu merken. Zum Glück hat jeder zu Beginn Namensschilder erhalten, die zusätzlich mit Instrument/Funktion, Universität und Land beschriftet waren. Außerdem gab es für alle Teilnehmenden eine Umhängetasche mit Willkommens-Geschenken, wie z.B. einen personalisierten Thermobecher oder ein traditionelles mongolisches Kleidungsstück.

Jeder Tag hatte einen festen Zeitplan, welcher immer mit einem Frühstück in der Universität begann. Danach folgte das »Morning Gathering« mit Danilo Pérez, der in diesem Jahr als »Artist in Residenz« zu Gast war. Zum täglichen Programm gehörte auch eine 3-stündige Combo-Probe, mit Lehrenden wie Edu Ribeiro, Paul Tynan, Enji Erkhem, Sunny Kim, Carlo Mombelli, Rainer Böhm oder Massimo Cavalli. Ziel war, dass jede der insgesamt sieben Combos am Ende der Woche im Rahmen eines Konzerts ein 45-minütiges Set aufführte. Hinzu kamen Masterclasses von herausragenden Jazzmusikern, die alle Teil des IASJ sind. Wir selbst haben zum Beispiel die Masterclasses von Edu Ribeiro zu brasilianischen Rhythmen und von Josia Rakotondravohitra zu Rhythmen aus Madagaskar besucht. Beide waren sehr inspirierend und haben Lust auf mehr gemacht.

Jeden Abend gab es Jam Sessions an mehreren Orten. Man konnte in der Stadt so gut wie alles fußläufig erreichen und bald fanden wir uns auch ohne Smartphone zurecht. Ein guter ›Hang‹ war somit jeden Abend garantiert. Eines unserer ganz persönlichen Highlights war der Konzert-Tag zum Abschluss des Treffens. Das Konzert war Open Air geplant, doch leider hatte es angefangen so stark zu regnen, dass wir für die letzten zwei Combo-Auftritte in den örtlichen Jazzclub »Fat Cat« umziehen mussten. Nur doof, dass dieser zu diesem Zeitpunkt keinen Strom hatte. Was man zunächst als »Worst Case« hätte bezeichnen können, hat sich zu einem ganz besonderen Moment entwickelt: Die erste der beiden Combos spielte ihr Konzert komplett akustisch. Die Atmosphäre war beeindruckend und der Fokus auf die Musik so intensiv, wie wir es selten zuvor erlebt haben. Keine Gespräche, keine Lüftung, keine klirrenden Gläser von der Bar. Nur Musik.

Foto: Ida Koch

Diese Woche war unglaublich schön und inspirierend mit wenig Schlaf, dafür aber umso mehr bleibende Erinnerungen. Das Organisationsteam hinter der IASJ in Ulaanbataar hat wirklich Höchstleistungen erbracht – sie haben zu jedem Zeitpunkt versucht, auf alle Studierenden und Lehrenden einzugehen und alle Probleme, die sich bei so einem großen internationalen Zusammentreffen ergeben können, schnellstmöglich zu lösen. Bemerkenswert war ebenso der Einsatz der freiwilligen Helfer*innen (meist Studierende des Mongolian State Conservatory in Ulaanbataar), die unermüdlich Technik und Instrumente transportierten, Informationen kommunizierten und vieles mehr. Ohne sie wäre dieses Treffen auf diese Weise nicht möglich gewesen. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, dass wir eine Woche mit Menschen aus der ganzen Welt Musik machen und eine Menge toller Momente erleben durften.«