Uraufführung Paul Ben-Haims in den Münchner Kammerspielen

11. August ’26

Im Mai 2026 fand in den Münchner Kammerspielen ein besonderes Aufführungsereignis statt: Das Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) präsentierte unter der Leitung von Daniel Grossmann und in Kooperation mit dem Ben-Haim-Forschungszentrum eine klingende Konzertbiographie Paul Ben-Haims.

Dabei kam es zu einer echten Uraufführung: Erstmals wurden Ausschnitte der neuentdeckten Tanzpantomime »Die Nacht der Soledad« präsentiert, die aus den digitalisierten Beständen des Ben-Haim-Forschungszentrums zur Verfügung gestellt und von Josef Piras, Lehrbeauftragter an der HMTM, für Kammerorchester eingerichtet wurde. Walter Hess, Ensemblemitglied der Kammerspiele, führte dazu eine Choreographie von Martin Valdés-Stauber auf.

National Library of Israel, Mus 55 A 100 a

Ebenfalls aufgeführt wurden die 1923 in München entstandenen »Zwei Lieder für das altbayerisch Puppenspiel«, gesungen von Annika Neugart von den Kammerspielen, sowie das von Paul Ben-Haim 1960 in Israel komponierte »Dance« aus »Dance and Invocation«.

Kombiniert wurden die Werke Ben-Haims mit einer weiteren Uraufführung: Die HMTM-Studentin Danielle Lurie aus der Kompositionsklasse von Prof. Jan Müller-Wieland hatte im Auftrag des Jewish Chamber Orchestra Munich das Werk »Libi ba Mizrach ve Anochi Besof Ma’arav« (»Ich bin weit im Westen, aber mein Herz ist im Osten«) komponiert.

Das Konzert thematisierte in der Gegenüberstellung der verschiedenen Werke grundlegende Fragen künstlerischer Tätigkeit: Welchen Einfluss haben verschiedene Lebenswelten auf kreatives Schaffen? Was bedeutet die Erfahrung von Fremde für eine*n Künstler*in? Wie erzählt man ein Leben auf der Bühne?