Unsere Haltung

Unsere Hochschule wendet sich ausdrücklich gegen jede Form von Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. Betroffene werden auf vielfältige Weise beraten und unterstützt.

Unsere Hochschule soll ein Ort sein, an dem alle sicher, fair und gleichberechtigt, verständnis- und respektvoll, konstruktiv und kreativ studieren und arbeiten können. Höchste Priorität hat daher der Schutz aller Hochschulangehörigen heute und in Zukunft, um ein Lebens- und Arbeitsklima ermöglichen, das Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierteGewalt nicht zulässt. Das Ziel ist dabei „RESPEKT!“ – voreinander und miteinander, an jedem Tag und in jeder Situation.

Besondere Verantwortung – auch aufgrund der jüngsten Geschichte
Auch aufgrund der Geschichte unserer Hochschule stehen wir in einer besonderen Verantwortung. Nicht zuletzt die strafrechtliche bzw. disziplinarrechtliche Verurteilung von zwei prominenten ehemaligen Hochschulangehörigen – dem ehemaligen Präsidenten Dr. Siegfried Mauser und dem ehemaligen Kompositionsprofessor Hans-Jürgen von Bose – hat den Handlungsbedarf an unserer Hochschule mehr als deutlich gemacht.

Geniekultur und „Meister-Schüler-Verhältnis“
Eine qualitativ hochwertige, motivierende und unterstützende Lehr- und Lernkultur ist nur möglich, wenn der Raum dafür ein sicherer und geschützter ist. Eine freie individuelle Entwicklung muss gerade in einer künstlerisch-wissenschaftlichen Ausbildung ohne Diskriminierung oder Gefährdungen möglich sein. An einer Hochschule können sowohl tradierte hierarchische Strukturen innerhalb von Lehre und Verwaltung als auch diejenigen zwischen Lehrenden und Studierenden diskriminierendes und grenzverletzendes Verhalten begünstigen. Das trifft auf Kunst- und Musikhochschulen in besonderem Maße zu, da hier lange Zeit der Mythos vom künstlerischen Genie vorherrschen und das so genannte „Meister-Schüler-Verhältnis“ als Ideal der Lehre gelten konnte.

Kontinuierliche Arbeit gegen tradierte Narrative
Unsere Hochschule sieht es als ihre kontinuierliche Aufgabe an, den bestmöglichen Schutz aller Hochschulangehörigen sicherzustellen. Dazu braucht es Mut, Entschlossenheit und eine ausgeprägte Kritikfähigkeit, auch um tradierte Narrative zu durchbrechen. Aus der Vergangenheit gilt es zu lernen und Erkenntnisse für grundlegende Veränderungen und Maßnahmen in der Weiterentwicklung der Lehr- und Arbeitsstrukturen zu gewinnen.

Initiative RESPEKT! – Zahlreiche Maßnahmen
Wesentliche Bausteine in dieser kontinuierlichen Entwicklungsarbeit waren bisher:

  • die Erstellung und Einführung eines Code of Conduct
  • die Etablierung der Arbeitsgruppe „RESPEKT!“
  • die Schaffung eines Ressorts für Diversität und Gleichstellung innerhalb der Hochschulleitung
  • die Klärung und Erweiterung der Aufgaben des Teams der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten
  • die Entwicklung eines umfangreichen internen und externen Beschwerde- und Beratungsnetzwerkes mit einem Netzwerk interner Vertrauenspersonen und externer Ombudsstellen
  • Erprobung und Förderung von neuen Formen der Lehre wie etwa Teamteaching 
  • klare, strenge Regelungen bezüglich einer professionellen Nähe-und-Distanz-Strategie (etwa das Verbot von Unterricht in Privaträumen und einer Klärung zum Umgang mit Körperkontakt im Unterricht)
  • die Entwicklung eines umfangreichen Angebots von Fortbildungen und Workshops in der Personal- und Lehrentwicklung

Ziel: ein nachhaltiger Wandel unserer Hochschulkultur
Die damit begonnenen Veränderungen im Hinblick auf einen nachhaltigen Wandel der Hochschulkultur sind noch lange nicht abgeschlossen. Es handelt sich um einen langfristigen und schrittweisen Prozess, für den die gesamte Hochschule und jedes einzelne Hochschulmitglied verantwortlich ist. Auf diese Weise können wir ein Vorbild sein für zukünftige Generationen von Künstler*innen, Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen, die ein klares Verständnis von Verantwortung und Respekt sowie einem gleichberechtigt gelebten Miteinander in die Gesellschaft weitertragen werden.